Psychologische Praxis Hamburg-Mitte Dipl.-Psych. Dieter Eisfeld
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Kurzzeittherapie

Lösungsorientierte Kurzzeittherapie

 

Während tiefenpsychologische Therapie- und Beratungsmethoden es als bedeutsam ansehen, die hinter dem Problem eines Klienten liegenden Ursachen zu ergründen, um das Problem zu lösen, arbeitet die lösungsorientierte Kurzzeittherapie vorwiegend an den Lösungsmöglichkeiten. Da nach der Theorie dieser Methode jede Person (bzw. jedes System) über alle Ressourcen verfügt, die es zur Lösung seiner Probleme benötigt, sie jedoch häufig nur nicht wahrnimmt oder nicht nutzt, geht es von vornherein weniger um die Analyse des Problems, als vielmehr um die Konstruktion von für den Klienten passenden Lösungen. Diese bestehen (buchstäblich) darin, sich von bisherigen das Problem begünstigenden Verhaltensmustern zu lösen, indem der Klient sich in typischen Situationen anders verhält und hierdurch Veränderungen bei sich und bei anderen in Gang setzt.

 

Die Theorie der Kurzzeittherapie geht davon aus, daß auch in komplexen Situationen bereits kleine Veränderungen (im Verhalten des Klienten) zu einem Verbreitungseffekt führen, der weitreichende Veränderungen im Verhalten aller übrigen im System Beteiligten nach sich ziehen kann. Eine hierfür häufig verwendete Universalintervention wie "Tun Sie etwas anderes" ist hier unspezifisch genug, daß sie dem Klienten eine Fülle neuer Verhaltensweisen ermöglicht. Sie bietet zudem die Gewähr, daß das neue Verhalten innerhalb des Einflußbereichs des Klienten liegt. Es spielt keine Rolle, was der Klient anders macht. Das neue Verhalten muß nur zur Sachlage passen und anders genug sein, damit es wirksam ist.

 

Darüber hinaus legt die lösungsorientierte Kurzzeittherapie den Schwerpunkt auf die Wertschätzung der Autonomie und der Ressourcen des Klienten durch den Therapeuten bzw. Berater, um zu einer förderlichen Interaktion zu kommen. Der Klient wird hierdurch als kompetenter Mensch mit Fähigkeiten und Stärken angesehen. Raum, den der Klient insbesondere zu Beginn einer Beratung dennoch für die Erörterung seines Problems erhält, dient gleichwohl nicht dazu, das Problem zu analysieren, sondern vielmehr dazu, dem Bedürfnis des Klienten Rechnung zu tragen, sich zu erklären sowie verstanden und respektiert zu werden.

 

Durch die Fokussierung auf die Fähigkeiten und Ressourcen des Klienten wird dieser dazu angehalten, seine Aufmerksamkeit vom Problem und der Annahme einer Unabänderlichkeit wegzuwenden und sich stattdessen zu vergegenwärtigen, daß er über autonome Möglichkeiten verfügt, die zu einer Lösung führen können. Die Selbstwahrnehmung wird um diese Ressourcen erweitert und positiv verändert, wodurch selbstinitiierbare Lösungsmöglichkeiten besser wahrgenommen werden. Da die Erfahrung persönlicher Ressourcen und Stärken durch den Klienten eine mächtige Triebfeder für Veränderungen im Sinne einer Problemlösung darstellt, gilt es im Therapie- bzw. Beratungsprozeß insbesondere, nach bisherigen Erfolgen des Klienten und Ausnahmen vom Problem zu suchen und die zugehörigen spezifischen Umstände und Situationen ausführlich zu beschreiben.

 

Wichtig für den lösungsorientierten Ansatz ist ferner die Annahme, daß es für den Klienten zunächst leichter ist, sich von einer attraktiven Vision zu begeistern, als mit Mühsal zu versuchen, etwas Problembehaftetes zu überwinden. Dies nutzt die Kurzzeittherapie durch hypothetische Fragen (z.B. die "Wunderfrage"), die in der Vorstellung des Klienten Erwartungen und Hoffnungen auf eine erfreulichere Zukunft wecken und in Verbindung mit "Skalierungsfragen" zu einem Messen und damit Bewußtmachen der bereits erreichten Fortschritte befähigen. Durch eine derartige Konstruktion von Zukunftsvorstellungen kann es für den Klienten relativ rasch zu signifikanten und nachhaltigen Veränderungen kommen.

 

Bei der lösungsorientierten Kurzzeittherapie ist es nicht erforderlich, eine Diagnose zu stellen. Dies wäre im übrigen bei der telefonischen Beratung aufgrund der wenigen Informationen und Anhaltspunkte auch kaum möglich. Die Kennzeichnung eines Verhaltens als symptomatisch ist nach der Theorie dieser Therapiemethode willkürlich: in einem anderen Zusammenhang könnte das gleiche Verhalten angemessen und normal sein. Wichtiger ist es dagegen, mit dem Klienten Ziele zu entwickeln, die zukunftsgerichtet, attraktiv und vom Klienten selbst erreichbar sind.

 

Die Theorie der Kurzzeittherapie geht davon aus, daß soziale Realität durch Kommunikation konstruiert wird. Mehrere Personen beschreiben das gleiche Ereignis oder dieselbe Situation unterschiedlich. Dies nutzen lösungsorientierte Therapeuten und Berater bei der Intervention des Umdeutens (Reframing). "Eine Umdeutung besteht darin, den begrifflichen und gefühlsmäßigen Rahmen, in dem eine Sachlage erlebt und beurteilt wird, durch einen anderen zu ersetzen, der den Tatsachen der Situation ebenso gut oder sogar besser gerecht wird, und dadurch ihre Gesamtbedeutung ändert" (Paul Watzlawick). Es wird versucht, durch eine neue Deutung die bisherige Sicht der Dinge zu verstören. Hierdurch kann der Klient die Deutung eines Sachverhaltes als Problem verlassen und stattdessen vielleicht eine Chance oder Herausforderung wahrnehmen, wodurch sich oft andere Gedanken, Gefühle und Verhaltensweisen einstellen, durch die sich Veränderungen ergeben können.

 

Nicht vergessen werden sollte die sehr wirkungsvolle Interventionsmöglichkeit "Welche Dinge in Ihrem Leben möchten Sie beibehalten?". Diese Universalintervention lenkt die Aufmerksamkeit auf die Gegenwart und die Zukunft sowie auf das vorhandene Positive, weg von der Vergangenheit und dem Negativen. Sie ist eine Möglichkeit, eine oder mehrere Stärken an die Stelle des Symptoms zu setzen und hierdurch den bisherigen negativen Fokus zu verstören.

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